Palazzo Riario vormals Castello der Familia Anguillara

Das mittelalterliche Aussehen des Palazzo Riario aus ist darauf zurückzuführen, dass die Familie Anguillara ihren Sitz 1370 als eine Burgfestung erbauen ließ. 1504 kam diese in den Besitz der Familie Riario, die das Gebäude in einen herrschaftlichen Palast umgestaltete. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts wurden im Rahmen der Baumaßnahmen an der Via Diritta weitere Veränderungen vorgenommen. Im Laufe des 19. und 20 . Jahrhunderts wurden Privatwohnungen eingerichtet. Die antike Burg erhob sich auf dem Felsen und war mit kantigen Wehrtürmen ausgestattet, von denen noch zwei eckige und ein runder, eingefügt in die Bausubstanz, erhalten sind. Das Gebäude besteht aus sieben Stockwerken, von denen drei unterhalb des Straßenniveaus der Via Diritta liegen. Alle Fenster der Belle Etage weisen auf ihren Tragebalken die Inschrift „Alessandro Riario, Cardinale e Autore Apostolico“ auf. Im Jahre 1771 wurde der Palast durch den Einsturz des Glockenturms der Kirche des Heiligen Erzengel Michael beschädigt. An der Fassade ist eine Steintafel angebracht, die daran erinnert, dass an dieser Stelle im Jahre 1878 eine mit Dampf betriebene Ölmühle stand, die den Namen „Il Progresso“ trug.

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Die Kirche von S.Michele Arcangelo

Diese Kirche bestand seit dem Ende des 15. Jahrhunderts als Kirche di S.Angelo. In ihrer ursprünglichen Form war sie dreischiffig mit sechs Seitenkapellen und einem noch erhaltenen Glockenturm. Er ist der niedrigere der derzeitigen beiden Türme. Die Kirche wurde während der Bauarbeiten an der Via Diritta und auch später im 17. Jahrhundert vergrößert. 1640 wurde sie dem Heiligen Erzengel Michael geweiht. Durch einen Brand wurde sie im Jahre 1817 völlig zerstört, 1823 jedoch nach einem Plan des Architekten Giuseppe Valadier wieder aufgebaut, allerdings nicht in der ursprünglichen Pracht. Von den wenigen Überresten ist ein wunderschöner Tabernakel aus weißem Marmor zur Aufbewahrung des Heiligen Öls in der Mitte des Chorraums aufgestellt. Zudem befindet sich in der ersten rechten Kapelle ein Gemälde aus dem Ende des 15. Jahrhunderts mit der Darstellung des Erlösers. Am Ende des linken Kirchenschiffs wird auf einem Holzaltar die Urne der Heiligen Märtyrer Giuilano, Pontiano, Giacinto und Vittoria aufbewahrt, die im Jahre 1654 feierlich dorthin überführt wurde. Die Bruderschaft des Heiligen Johannes des Evangelisten war verpflichtet, an dieser Stelle immer ein Licht brennen zu lassen. Die Kirche besaß seit 1588 eine Orgel; die derzeitige große Pfeifenorgel stammt jedoch aus dem Jahr 1928. Die angrenzenden Pfarrgebäude wurden zeitweise als Kanzlei, z.T. auch als Gefängnis genutzt, einige Fenster der Rückgebäude weisen noch die alten Eisengitter auf.

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